Einkaufstipps für effiziente „Hochstapler“ mit System

Die richtigen Flurförderzeuge für die interne Logistik finden

Jeden Tag wird in Unternehmen eine Fülle von Waren von A über B nach C bewegt: Ein breites Artikelspektrum, in Paketen, Containern oder auf Paletten. Überall warten Produkte darauf, möglichst reibungslos und sicher an den Ort ihrer Bestimmung zu gelangen.

Somit gibt es kaum eine Branche, die auf leistungsstarke Flurförderzeuge (FFZ) für den Umschlag dieser Güter verzichten kann. Im Groß- oder Einzelhandel der Lebensmittelindustrie, im Maschinenbau, der Automobil- und Zulieferindustrie werden die Geräte, die allgemein als Gabelstapler bekannt sind, genauso eingesetzt, wie in Unternehmen der Chemieindustrie, in Logistikunternehmen oder kleinen Handwerksbetrieben: Da wird geschoben, gezogen, in Regale sortiert und tonnenweise Lasten angehoben und abgesetzt. Und das unter extrem unterschiedlichen Bedingungen: in riesigen Lagern, in denen jeder Millimeter exakt ausgenutzt wird, in der Produktion oder in Gießereien und Fischereibetrieben. Oder draußen auf unebenem Gelände, wie beispielsweise auf Baustellen.

 

Damit FFZ die vielschichtigen Anforderungen erfüllen können, die ihre unterschiedlichen Einsatzumgebungen an sie stellen, müssen die Geräte exakt auf den individuellen Einsatzort und die jeweiligen Aufgabenbereiche hin ausgerichtet sein. Zwar gibt es so genannte Standardgeräte, doch auch hier ist das Spektrum an möglichen Ausführungen schon riesig. So gibt es allein schon bei den Hubgerüsten, die bestimmen, welche Last ein -Gerät bis in welche Höhe hieven kann - jeweils unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen am Einsatzort - zahlreiche Varianten. Auch ein Blick auf die verschiedenen Antriebsarten der Fahrzeuge macht klar, dass es beim FFZ-Kauf keine Lösung von der Stange gibt: Für Inneneinsätze werden meistens Fahrzeuge mit Elektroantrieb bevorzugt, doch diese sind unter Umständen auch im Außeneinsatz eine attraktive Variante.

 

Oder ist es dort vielleicht doch eher ein Modell mit Treibgas- oder Dieselantrieb? Wenn die Stapler in sehr speziellen Umgebungen zum Einsatz kommen, können sogar spezifische Varianten nötig sein: So etwa im Containerbereich, wenn Container be- oder entladen werden; oder im Kühlbereich von Lebensmittelhändlern, wo niedrige Türen den Austritt der Kälte nach außen reduzieren. Hier geben die Tore nur geringe Durchfahrtshöhen her, so dass die Fahrzeuge spezielle Hubgerüste oder Anbaugeräte benötigen, um im Kühlbereich selbst die erforderliche Hubhöhe zu erreichen. Doch auch wenn keine speziellen Varianten erforderlich sind, ist eine fachkundige Beratung eine gute Hilfestellung, um aus der großen Angebotspalette das richtige FFZ-Modell herauszufiltern. Denn entscheidend für den „richtigen Kauf“ ist das gut funktionierende Zusammenspiel von logistischem Konzept und dem dazugehörigen Gerät. „Viele Unternehmen nutzen für eine Vorauswahl unser Beratungstool im Internet, das sie durch immer spezieller werdende Fragen zum Einsatzgebiet und den Aufgaben des Staplers führt, so dass sie dann zu einer ersten ‚short list‘ an Modellvorschlägen für ihren konkreten Bedarf kommen,“ erläutert Thomas May, Verkaufsleiter der Niederlassung Mannheim beim FFZ-Hersteller Still GmbH. So bekommen die Unternehmen via Internet erste Anhaltspunkte für ihre Kaufentscheidung. Doch auch, wenn die Einkäufer selbst Fachleute im FFZ-Bereich sind und schon einen guten Überblick über die Modellvarianten haben - eine persönliche Beratung kann für sie oft ein Plus sein. „Häufig ist es so, dass im Austausch und durch ein kritisches Hinterfragen einer Person, die von außen auf ein Unternehmen sieht, noch weitere Kriterien auftauchen, die mit in die Spezifikationen des Fahrzeugs einfließen müssen“, so May.

 

Denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail: Welche Güter sollen bewegt werden, wie lang und breit sind sie und wie breit sind die Gänge zwischen den Regalen im Lager? Welche Grundtragfähigkeit und Hubhöhe sind erforderlich und welche Lastlänge (Lastschwerpunktabstand) ist gegeben? Ist das FFZ nur im Innen- oder auch im Außeneinsatz? Auf diese Weise lassen sich die relevanten Auswahlkriterien bestimmen und im Ausschlussverfahren die Gerätevarianten weiter eingrenzen. Idealerweise findet auch eine gemeinsame Diagnose von Kunde und Anbieter vor Ort statt: Ein Blick auf die zukünftige Umgebung und den Arbeitsalltag des FFZ macht auch die Aspekte offensichtlich, die gern unterschätzt werden. Wie zum Beispiel eine mögliche Steigung oder ein Gefälle auf dem Unternehmensgelände. Oder wie sieht der Informationsfluss parallel zum Materialfluss aus - soll er zum Beispiel durch Terminals, Scanner oder Transportleitsysteme unterstützt werden?

 

Neben der technischen Ausstattung ist auch das Thema ‚Service‘ beim Kauf von FFZ eine wichtige Größe. Die Stapler sind für einen reibungslosen  Geschäftsbetrieb beim Kunden wichtig, sie sind also Mittel zum Zweck, ihre Verfügbarkeit soll deswegen so hoch wie möglich sein. Ein dichtes Servicenetz ist deswegen ein weiteres Thema, auf das es sich schon beim Kauf zu achten lohnt, damit über den Lebenszyklus des FFZ hinweg sämtliche Services schnell und unbürokratisch erledigt werden können. Dafür gibt es verschiedene Modelle, aus denen der Kunde wählen kann und die passgerecht für ihn sein sollten. Hat ein Unternehmen ein FFZ mit vergleichsweise wenigen Betriebsstunden im Jahr im Einsatz, ist es wahrscheinlich mit einer Wartung pro Jahr und der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsprüfung (FEM 4004) gut versorgt. Ein Full-Service-Angebot macht in so einem Fall wenig Sinn. Das kann bei Unternehmen mit über 50 Gabelstaplern und mehreren Standorten schon ganz anders aussehen.


Birgit Gross


 

Firmenporträt: Still GmbH

Still ist einer der führenden Anbieter für die intelligente Steuerung von Intralogistik, dem gesamten innerbetrieblichen Material- und Informationsfluss. Neben der Vielfalt von Fahrzeugtypen werden innovative Dienstleistungen und Materialflusslösungen entwickelt. So entsteht ein umfassendes Leistungsangebot, das weltweit für ein Maximum an Effizienz sorgt. Der schnelle Service und das dichte Servicenetz garantieren eine hohe Wirtschaftlichkeit und Sicherheit bei Produktionsabläufen. Heute sind allein in Europa mehr als 7 000 qualifizierte Mitarbeiter daran beteiligt, die individuellen Anforderungen der Kunden zu erfüllen. www.still.de

 


 

 

Checkliste
In fünf Schritten zum erfolgreichen Kauf Ihres Flurförderzeugs:

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über die für Ihre speziellen Anforderungen geeigneten Fahrzeugmodelle!
  • Lassen Sie sich vor Ort von Experten beraten und klären Sie die Einsatzvoraussetzungen im Detail: Innen oder -Außen, Tragfähigkeit, Gangbreite, -Hubhöhe, Nutzungsintervalle, äußere Bedingungen, wie Umgebungstemperatur oder Geländebeschaffenheit!
  • Achten Sie auf einen schnellen und ortsnahen Service und angemessene Leistungsvarianten Ihres Servicepartners!
  • Beachten Sie auch, wie der Informationsfluss parallel zum Materialfluss in Ihrem Unternehmen gestaltet werden soll!
  • Treffen Sie erst nach einer umfassenden Analyse aller Kriterien die Auswahl Ihres Flurförderzeugs!

 


Kurz-Interview mit Marc Bröcker, Leiter Zentraler Einkauf Technik, Schenker Deutschland AG

„Neue Technologien wie Hybridantriebe beobachten wir ganz genau“

 

In welchem Umfang kaufen Sie als Logistikdienstleister Flurförderzeuge jährlich ein?

Die Schenker Deutschland AG verfügt über einen Bestand von rund 2 000 Fahrzeugen. Davon werden jährlich rund 500 Geräte turnusmäßig im Leasing-Rental-Verfahren ausgetauscht. Per anno ergibt sich ein Zuwachs im Bestand von 100 Staplern. Kürzlich haben wir unserer weltweites Einkaufsvolumen unter dem Dach von DB Schenker gebündelt. Weltweit befinden sich zur Zeit rund 8 000 Fahrzeuge in unserem Eigenbestand.

Was muss man beim Einkauf von Flurförderzeugen besonders beachten? Welche Fehler oder Risiken kann man dort machen?

Wichtig ist, dass wir für alle Leasingverträge, die in der Regel zwischen 48 und 60 Monaten laufen, flexible Laufzeitregelungen vereinbaren können. Dies ist erforderlich, weil DB Schenker als Logistikpartner zahlreicher Kunden aus Industrie und Handel - auch in den Kostenstrukturen - möglichst flexibel aufgestellt sein will. Nur so können wir bei Nachfrageschwankungen flexibel im Sinne unserer Kunden agieren. Wie wichtig dies ist, hat nicht zuletzt die Wirtschaftskrise von 2008/2009 gezeigt. Aber auch in Boomzeiten müssen wir schnell reagieren und den Kunden alle erforderlichen Kapazitäten, beispielsweise in der Lagerlogistik, bieten. Dafür sind genaue Kenntnisse des Marktes in kaufmännischer ebenso unabdingbar wie in technischer Hinsicht, denn die Vielfalt ihrer Ausstattungsmöglichkeiten ist fast unbegrenzt.

Welche Rolle spielt der Service?

Gerade für breit aufgestellte, kundennahe Logistikanbieter wie DB Schenker stellt die Servicequalität eine Schlüsselqualifikation des jeweiligen Anbieters von Flurfördersystemen dar. Die Schenker Deutschland AG verfügt über mehr als 100 Geschäftsstellen; europaweit sind es nahezu 800. Deren Bedarf ist oftmals stark von regionalen Gegebenheiten geprägt. Was in München bei einem Hersteller sehr gut funktioniert, kann in Hamburg schlecht laufen und sich beim nächsten Lieferanten schon wieder umgekehrt darstellen. Bei unseren Lieferanten können wir davon ausgehen, dass es zwar, je nach Lebenszyklus, Unterschiede zwischen einzelnen Geräten geben kann. Unter dem Strich sind die Schwankungen bei der Gerätetechnik jedoch eher gering.

Wie achten Sie auf den Energieverbrauch der Geräte?

In der Ladetechnik gibt DB Schenker ausgewählte Technikstandards vor, z.B. Hochfrequenz-Ladetechnik zur Senkung der Stromfolgekosten. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen legen wir auch großen Wert auf ökologische Aspekte. DB Schenker steht für „Green Logistics“. Das ist in unserer Unternehmensphilosophie verankert und bezieht sich gerade auch auf unsere Logistiklager. Deshalb beobachten wir neue Technologien wie Hybridantriebe, Brennstoffzellen-Technik oder Lithium-Ionen-Technik ganz genau und sammeln in Zusammenarbeit mit den Anbietern möglichst viel Praxiserfahrung.


 

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