Unternehmen nutzen niedrige Rohstoffpreise noch nicht genügend aus

Transparenz über die Märkte, das Analysieren der Kostenstrukturen und der strategische Umgang mit Rohstoffen sind wesentliche Hebel, um Einkauf von Rohstoffen zu optimieren

"Weltweit knappe Ressourcen, Nachfrageüberschuss in vielen Regionen der Welt und eine noch nie dagewesene Preisexplosion im letzten Jahr stehen heute einem fast bodenlosen Fall der Rohstoffpreise gegenüber. So sind die Preise für Aluminium, Kohle, Mais und Öl seit ihrem Höhepunkt um bis zu 75 Prozent eingebrochen und sind damit so niedrig wie zuletzt im Jahr 2003. Trotzdem passen viele Unternehmen ihre Zulieferpreise nur sehr schleppend an oder nutzen die fallenden Rohstoffpreise meist noch nicht aus. Damit bleiben pro Unternehmen zusätzliche Potenziale von im Schnitt deutlich über 10 Prozent der Beschaffungskosten ungenutzt, die bei produzierenden Unternehmen in etwa 50 Prozent der Gesamtkosten entsprechen und somit einen verlorenen Ergebnisbeitrag von 5 Prozent mit sich bringen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann dieser Ergebniseffekt jedoch einen entscheidenden Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens haben.

Für die Optimierung des Rohstoffeinkaufs sind dabei im Wesentlichen drei Hebel von Bedeutung:

1. Schaffung von Transparenz über die wichtigsten Rohstoffmärkte und deren Wertschöpfungskette

2. Eine systematische Analyse der Kostenstruktur der Zukaufteile und eine Neuverhandlung der Verträge mit den Lieferanten sowie konkrete Forderungen nach kurzfristigen Preissenkungen

3. Erarbeitung spezifischer Maßnahmenpakete zum strategischen Umgang mit Rohstoffen

Ein sowohl kurz- als auch langfristig erfolgreiches Agieren am Lieferantenmarkt erfordert die Schaffung vollständiger Transparenz im Hinblick auf die Rohstoffmärkte. Dies umfasst insbesondere die Analyse der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung der entscheidenden Inputfaktoren sowie des Angebot- und Nachfragegleichgewichtes. Daneben müssen die Kosten der einzelnen Wertschöpfungsstufen im Detail verstanden werden.

Mit der geschaffen Transparenz können die Unternehmen in einem weiteren Schritt die Kostenstruktur der Zukaufteile analysieren und die bestehenden Lieferanten mit kurzfristigen Preissenkungen konfrontieren. Deshalb sollten die Jahresverträge für 2009 jetzt aufgemacht und neuverhandelt werden. Damit wird bestehenden und neuen Lieferanten die faire Chance gegeben, auf einem signifikant niedrigeren Preisniveau eine neue Geschäftsbeziehung zu starten.

Die Transparenz über Märkte, die Analysen der Kostenstrukturen und die Erarbeitung der strategischen Maßnahmen obliegt bei führenden Unternehmen einem Team hochspezialisierter Analysten, deren Kosten allein durch die kurzfristigen Kostensenkungen um ein vielfaches erwirtschaftet werden. Auch langfristig arbeiten diese Teams daran, den Erfolg zu sichern. So werden die Karten am Rohstoffmarkt neu gemischt – denn durch die fallenden Aktienkurse sind auch Rohstofflieferanten heute so billig wie schon lange nicht mehr."



27.01.2009 - Technik+Einkauf


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